A Wahnsinn du

„Der Wie-du-willst-Shopping-Wahnsinn. Immer und überall Mega-Angebote auf Knopfdruck.“

(so steht’s auf einer Werbefläche am Hauptbahnhof Wien)


Du bist gemeint. Ich? Ja du. Nur ich? Nur du. Du als Einzelwesen, als Individuum. Nur du allein. Es geht einzig um dich, dein Wollen und deine Wünsche. Der Wahnsinn, jenseits der Realität, nein über ihr stehend oder sie durchdringend. Dieser Wie-du-willst-Wahnsinn, den dir das Shopping beschert, IMMER und ÜBERALL und das auf Knopfdruck. Aber was denn? MEGAANGEBOTE!!! Nicht irgendwelche Angebote, nein: MEGA, also genauso über drüber wie du und dein Wollenwahnsinn.

Und wie? IMMER. Also zu jeder Jahreszeit in jedem Monat an jedem Tag zu jeder Tageszeit, einfach immer. Und zwar genau dann, wann du es willst. Und wo? ÜBERALL. Egal ob hier oder dort, daheim oder woanders, in Afrika oder Grönland, ob in Toronto oder Hintertux, im Bodental oder am Himalaya. An jedem Ort auf dieser Welt. Und noch dazu SOFORT!!! Auf Knopfdruck! Ist das nicht ein WAHNSINN? Alles nur für dich. Dein persönliches Shopping-Wahnsinns-Paradies, wo deine Wünsche immer und überall und sofort erfüllt werden.

Einzelkämpfer im Shopping Wahnsinn, ergattern, bevor es ein anderer Wahnsinniger wegschnappt. Stell dir vor, du Wahnsinn, du wirst siegen, erfolgreich als erster den Knopf drücken und alles wird dein sein, all deine Wünsche wo immer wann immer und wie du willst. Sofort. So ist der Werterahmen der Einzelkämpfer-Konsum Gesellschaft in der Endzeit des Megakapitalismus.

Doch wie Gras- und Pflanzenbüschel Ritzen in Teer- und Betonwüsten beleben, so sprießen alternative Solidar- und Kooperationsgemeinschaften auf den ausgebrannten Böden des Kapitals. Engagierte Menschen, die sich zuammentun, hier und dort und da, manchmal viele manchmal wenige, manchmal weit voneinander entfernt manchmal in unmittelbarer Nachbarschaft. Projekte und Initiativen wachsen überall auf der Welt und beschreiten im hier und jetzt neue Wege. Achtsam und gemeinsam für eine lebenswerte Welt, in der alle Wesen der Erde respektiert, gewürdigt und mit dem Recht auf ein ihnen entsprechendes Leben ausgestattet sind.


Corona Kinder

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Katrin Skala äußert sich bei Talk im Hangar-7 vom 16.4.2021 sehr deutlich zu den Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche.

Bild: Marlene, 15, im Rahmen eines Schulprojekts

Katrin Skala: „Da ist es geglückt, von politischer Seite, denen Angst zu machen, die haben wirklich mitunter klare Ängste, dass das Coronavirus sie von der Wand ins Bett anspringt. […] Die haben Angst vor der Ansteckung, aber häufiger haben sie Angst davor, andere anzustecken. […] Ich bleibe jetzt zu Hause, damit ich meine Oma noch lange habe, die nehmen das sehr ernst, je jünger umso mehr […] . Da sehen wir oft Angststörungen, Waschzwänge, Kinder, die nicht mehr aus dem Haus gehen wollen, um keine Gefahr darzustellen für andere. Und wir haben einen massiven Anstieg an Essstörungen.“

Obwohl die Kinder selbst vom Virus am wenigsten betroffen sind, werden sie mit Abstand am meisten in ihren Freiheiten eingeschränkt. Katrin Skala dazu: „Ich unterstelle jetzt einfach, weil es leicht ist.“

Trotz der Verankerung der UN-Kinderrechtskonvention in der Verfassung, scheint das Wohl des Kindes in der Pandemie zweitrangig zu sein. Die Schäden, die dadurch entstehen, würden sich erst in 20 oder 30 Jahren zeigen.

Ein aufschlussreicher ‚Talk im Hangar-7‘, Gäste: Katrin Skala (Kinder- und Jugendpsychiaterin), Martin Sprenger (Public-Health Experte), Dorothee von Laer (Virologin), Peter Klimek (Komplexitätsforscher), Alexander Antonitsch (für Kinder und Jugendliche engagiert).


Hausverstand für die Herrschenden

Ein Beitrag von Peter Dvorak

Die Letzen zwei Wochen.

Auf der Schmelz, ich mußte für meine Mutter zum Arzt.
Hatte noch 1 Stunde Zeit.
Was mir auffiel…… 50 Meisen auf einem Baum.
Eine Frau machte ein Video.
Ich stelle mein Rad ab und will mich auf ein Parkbanker`l setzen.
Eines ist noch frei .Ich setzte mich und sehe dieser Frau beim Beobachten der Vögel zu.
Es entspinnt sich ein Gespräch.

Ich Smartphone (ein kleiner Computer glaube ich) dann auch diese LEBEWESEN.
(die machen auch Fotos, diese Dinger, das weiß ich seit Nepal und nicht mal schlecht ) diese Meisen, weil ich Vögel auch sehr mag.
Sie zwitschern nur…..
Da fällt mir unsere derzeitige Regierung ein.

Es zwitschern die Vögel am reißenden Bach, Piff, Paff, Piff ,Paff. hurra!!!
Dieser Berufs Maturant ist immer da……..

Streiflichter…….

Augarten vor einer Woche .
Ich spiele mit dem Sohnemann Federball, nach 20min geben wir auf.
(zuviel Wind)
Wir trinken gemütlich unser Bier. Daneben spielen 3 Herren und eine Dame Boccia.
Der Mann und die Frau gewinnen das Spiel.

Die Wiese ist voll.
Die kleinen Kinder kreischen, die Kinderwägen werden eingeparkt ,
Die größeren Buben und Mädchen spielen Fußball ,die Frisbee scheiben fliegen durch die Luft,
Jeder hat ein Bier eine Flasche Wein, oder eine Limonade in der Hand.
Könnte das die Lösung sein?

Meine Frage:

Wann fliegt diese Regierung endlich mal nach Moria, auf Erholungsurlaub?

I glaub des tatat da Buberl und Mäderlpartie einmal ganz gut…..
Lesbos soll ja im Frühling sehr schön sein.`…

Vielleicht Fliag i a mit,
Oba ich glaub` , i bleib liaba z`haus, das sagt mir mein gesunder Hausverstand.
Aber der dürfte den HERRSCHENDEN leider ein wenig fehlen…

Wie gesagt das sind ja nur Streifbilder….

Alle Menschen sind fröhlich und gut gelaunt.(scheinbar)
vielleicht ist das eine ganz gute Strategie.

Wir werden sehen, bis dahin: Schönen Tag liebe Menschheit…….

Corona – Kinder der Armut

Nicht genug, dass Kinder und Jugendliche verstärkt unter der Pandemie leiden (mehr als die Hälfte zeigen relvante psychische Symptome), Kinder, deren Familien an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, sind den Folgen noch mehr ausgesetzt.

Allein die oftmals beengten Wohnverhältnisse, fehlende Rückzugsräume, mangelnde Ausstattung für distance learning, häufig auch

wenig Unterstützung durch Eltern oder andere Bezugspersonen, mangelnde Ernährung und Gesundheitsversorgung führen zu höheren Belastungen. Dazu kommt noch, dass die unteren Einkommen stärker von Maßnahmen betroffen sind als die oberen, die Einkommensschere wurde bereits durch ein Jahr Pandemie deutlich vergrößert. Mehr Kurzarbeit, mehr Arbeitslosigkeit, schlecht bezahlte Jobs sind meist nicht im home office durchführbar.

Das Gesamt der komplexen Bedingungen führt dazu, dass diese Kinder und Jugendlichen stärker durch die Pandemie geschädigt werden als andere Bevölkerungsgruppen. Vor allem ist zu befürchten, dass Folgeschäden noch längere Zeit wirksam bleiben werden. Eine Umfrage der Volkshilfe zeigt diese Zustände auf. Laut einer Befragung der Uni Salzburg sind 2 von 10 Kindern trauriger und einsamer als vor Corona. Bei den von Armut betroffenen Kindern ist der Anteil 3 Mal so hoch.

Förderungen kommen aus unterschiedlichen Gründen oft nicht dort an, wo sie am dringendsten benötigt würden. Eine automatisch ausbezahlte Kindergrundsicherung, wie sie von der Volkshilfe vorgeschlagen wird, würde hier Abhilfe schaffen. Immerhin handle es sich um 300.000 betroffene Kinder.

Stephan Burgstaller

Die Kinder von Corona

Kinder leiden still

Ein Jahr Pandemie, ein Jahr Maßnahmen und Einschränkungen mit fast nur einem einzigen Brennpunkt: Die Sieben-Tage-Inzidenz. Wie gebannt haben wir auf diese Zahlen gestarrt und sie waren es, welche die Reaktionen der Politik bestimmt und gerechtfertigt haben. Steigende und sinkende Zahlen waren Tagesgespräch. Die Folgen für die Wirtschaft wurden von Beginn an zumindest mitthematisiert, die Folgen für die Menschen zuerst gar nicht, später eher am Rande. Zuerst Berichte über die Auswirkungen auf Risikogruppen, Heimbewohner*innen und ältere Menschen, später auch über die Folgen für Erwachsene, erst seit kurzem über die Folgen für Kinder und Jugendliche, eine im Pandemie-Geschehen allerdings besonders vulnerable Gruppe.

Über 1.5 Millionen Kinder und Jugendliche in Österreich sind betroffen, weniger vom Virus selbst als von den Maßnahmen. Trotz der Warnungen sämtlicher Expert*innen wurden Schulen geschlossen, man durfte keine Freund*innen treffen, was einem politisch verordneten ‚Hausarrest‘ gleichkam, social distancing und distance-learning über lange Zeiträume, die Maske als ein im Gesicht getragenes Symbol von Schutz und der Gefahr, ich könnte mich schuldig machen, dass meine Eltern oder Großeltern erkranken und im allerschlimmsten Fall sogar sterben. Kinder können den Realitätsgehalt nicht einschätzen und kaum reflektieren. Sie leiden still oder bilden Symptome.

Die Pandemie macht krank, nicht nur durch das Virus

All das bedeutet chronischen Stress und schwer bearbeitbare Ängste, was zur Schwächung des Immunsystems und zu Symptomen psychischer Erkrankungen und psychosomatischer Beschwerden führen kann. Georg Psota, Chefarzt des PSD Wien auf einer Pressekonferenz im Wiener Rathaus vom 24.2.2021: „Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen habe [durch die Pandemie, Anm.] relevante psychische Probleme entwickelt.“ Eine deutsche Studie (Copsy-Studie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) spricht von einem Drittel. Rückzugstendenzen, Aggressionen, vermehrte Kopf- und Bauchschmerzen bis hin zu Angst- und Zwangsverhalten, Panikzuständen oder Essstörungen. Das Risiko, dass sich daraus längerfristige Erkrankungen entwickeln, ist hoch.

Eine Studie der Donau-Uni Krems zeigt: „56 Prozent leiden unter einer depressiven Symptomatik, die Hälfte unter Ängsten, ein Viertel unter Schlafstörung und 16 Prozent haben suizidale Gedanken.“

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie, ohnehin das Stiefkind von Medizin und Psychiatrie, macht sich bemerkbar, wird jedoch eher ignoriert als gehört, obwohl sie bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, es fehlen Behandlungsplätze, es fehlen Therapieplätze.

Der Public Health Experte Martin Sprenger kritisiert, dass Politik und Gesellschaft nichts für die Gruppe der betroffenen Kinder und Jugendlichen getan haben und der Neurobiologe Gerald Hüther geht so weit zu sagen: „Wir werden, wenn das alles vorbei ist, unsere Kinder sehr um Verzeihung bitten müssen, für das was wir ihnen angetan haben.“ (Presseaussendung der APA)

Hinschauen, Brennpunkt erweitern – LOCKDOWN KINDERRECHTE

Patricia Marchart und Judith Raunig haben diesen Kindern und Jugendlichen mit ihrem Film ‚LOCKDOWN KINDERRECHTE‘ eine Stimme gegeben. „Es wird Zeit, dass wir diese Krise nicht mehr ausschließlich durch die epidemiologisch-virologische Brille sehen“, so Judith Raunig, klinische Psychologin. Und die Regisseurin Patricia Marchart meint dazu: „Die Kinder sind verschwunden. Ihr Lachen. Ihr Schreien. Ihr in die Luft springen und die Welt erobern. Ich will es nicht glauben, dass wir in einer Welt leben, wo Angst und Panik die Regie übernommen haben“ (ebd., APA Presseaussendung)

Der Film wurde teilweise von Kindern mitgestaltet, zu Wort kommen verschiedenste Expert*innen und Betroffene und natürlich die Kinder selbst, die ihre durch Corona-Maßnahmen bedingten Leiden schildern.

Unterstützung für die Produktion kam von der ICI – Initiative für Evidenz-basierte Corona-Informationen. Auf jegliche öffentliche Förderung wurde verzichtet, um unabhängig zu bleiben. Der Film wird kostenlos zum Streaming angeboten: Link zum Film LOCKDOWN KINDERRECHTE.

Um die bisherigen Produktionskosten zu decken und für weitere Projekte zum Thema sind Spenden willkommen und notwendig. Hier können Sie das Projekt mit Ihrer Spende unterstützen.

Stephan Burgstaller