Die Angst in der Nase

‚Ein Sturm wird kommen‘ – ‚Jeder wird einen an Corona verstorbenen Menschen kennen‘ – ‚Wir könnten über 100.000 Tote haben‘ – … etc. – der Sturm müsste jetzt schon da sein, ist er aber nicht, weitaus nicht jeder kennt einen Corona-Verstorbenen und wird es nicht, aktuell sind 273 (!) Menschen in Österreich an Corona gestorben – bei sinkender Verbreitung des Virus.

Auch wenn die Maßnahmen sinnvoll sind – ist es auch die Rhetorik der Angst? Die Antwort ist wohl eindeutig: NEIN. Selbst wenn sie vielleicht zur Einhaltung der Maßnahmen beigetragen hat: Corona wird vorbei sein, die Angst wird bleiben. Angst nistet sich ein, sie versteckt sich im Ohr, in den Augen, in der Nase, im Gehirn, in der Muskulatur, auch im Herzmuskel. Mag sein, dass es ein großes Feiern gibt, wenn der Virus besiegt sein wird, die Ablagerungen der Angst verschwinden deshalb nicht einfach so. Sie werden höchstens vorübergehend ausgeblendet.

Eingeübte Ängstlichkeit wird sich auf unsere Interaktionen auswirken. Wir bekommen immer wieder gesagt, auch Menschen ohne Symptome können Überträger sein, und es könnte eine zweite und dritte Welle geben. Die Bedrohung bleibt also aufrecht. Die Ablagerungen der Angst machen uns sensibel und sind sehr schnell aktivierbar, wenn die Politik findet, es sei notwendig. Wobei die Angst nicht unterscheidet, ob es sich um einen unsichtbaren Virus oder einen sichtbaren Teil in der Gesellschaft oder gar ein anderes Land handelt. Die Angst ist – ähnliche wie der Virus – mit jedem geeigneten Wirt zufrieden.

Arbeit mit der Angst passiert nicht einfach so zufällig, sie wird bewusst eingesetzt. Eine Bevölkerung, die Angst hat, ist viel leichter steuerbar. In welche Richtung auch immer.

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