Covid – ein Antisozialikum

Tragen Sie Maske, halten Sie Abstand, treffen Sie niemand. Covid und seine Konsequenzen schieben einen Elefanten, wenn auch im Babyformat, zwischen die Menschen. Mit ausgestreckten Armen käme man sich dabei vermutlich nicht näher als Gott und Adam in der Sixtinischen Kapelle. Da hätte ein Babyelefant schon dazwischengepasst. Geborgenheit verspricht das nicht.

Nähe, Wärme, Körperkontakt braucht ein Säugling zum Überleben und Erwachsene auf Dauer, wenn sie körperlich und psychisch gesund bleiben wollen. Covid und seine Konsequenzen zielen auf das Gegenteil: Kein Kontakt, kein Berühren, keine zwischenmenschliche Wärme. Die Fernsinne, die ohnehin schon seit langem durch den technischen Fortschritt forciert wurden, bekommen zusätzliche Wichtigkeit. Um über Webex, Zoom oder Skype zu kommunizieren, brauch ich weder was spüren, noch riechen oder schmecken.

Wenn ich mein Gegenüber riechen will, muss ich ihm oder ihr schon ziemlich nahe kommen, außer es hat im home office lange nicht mehr geduscht. Um sie oder ihn zu berühren, noch mehr, und um zu schmecken sowieso. Das funktioniert mit Zoom nicht. Um an einer Online-Konferenz teilzunehmen braucht man nur sehen und hören, minimal nicht einmal sehen, sondern nur hören.

Hören, gehören, Gehorsam. Wir brauchen nicht sehen, aber müssen gesehen werden, je mehr Digitalität, umso umfassender das Panoptikum. Wir sollen nur hören. Auf die Stimme hören, die uns sagt, was wir zu tun haben, was wir dürfen und was wir nicht dürfen. Amen.

 

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