Arbeit mit Maske

Das Arbeiten mit Maske ist schon eine Herausforderung. Man kann zum Beispiel eigentlich nicht trinken, weil man dazu ja die Maske abnehmen müsste. So habe ich heute vor Arbeitsbeginn einen Liter getrunken, dann den ganzen Tag nichts, und jetzt erst abends wieder. Außerdem ist die Maske für Brillenträger*innen wirklich unpraktisch. Der Atem wird oben aus der Maske geleitet, sodass ständig die Brille anläuft. Also ein ganzer Arbeitstag mit Maske ist schon herausfordernd und man ist am Abend richtig froh, wieder frei atmen zu können.

Interessant war auch, dass das Bild der maskentragenden Kunden gewöhnungsbedürftig war. Als jedoch eine asiatische Kundin mit Maske ins Geschäft kam, wirkte das ganz normal. Seltsam wie unser Gehirn einen Asiaten mit Maske bereits als normal abgespeichert hat, einen Europäer aber nicht.

Es ist eigenartig, aber wenn man den ganzen Tag so viele Masken sieht, betrachtet man sie wie ein Modeaccessoire. Es gibt so viele Modelle, Farben, Muster, selbstgenähte Masken und gekaufte. Man schaut sich diese Varianten bei den Kunden an, als wäre es ein modisches Kleidungsstück.

Viele Menschen verstehen immer noch nicht, warum sie momentan mit Bankomat bezahlen sollten, trotz Hinweisschilder. Sie scheinen zwar das Geld selber nicht gern anzugreifen, ziehen sich dafür extra Handschuhe an oder lassen sich das Rückgeld von uns direkt in die Geldtasche geben. Aber dass wir das Geld angreifen müssen scheint ihnen egal zu sein. Sie werden es wohl erst verstehen, wenn genug Verkäufer*innen infiziert sind und die Geschäfte dann unterbesetzt sind. In der Zwischenzeit müssen wir wohl oder übel nach jedem barzahlenden Kunden unsere Hände waschen, bis sie wund sind. Sie werden schon rot, trocken und jucken, weil die Haut abgeht…

Lena

Es hört nicht auf

Aufwachen und Corona ist immer noch da. Das ganze Morgenjournal voll von Corona. Täglich stundenlange Berichterstattung über Corona. Wenn man wollte, 24 Stunden Tag und Nacht in Bild und Ton, gedruckt und online. Die wahnsinnige Geschwindigkeit mit der sich dieser Virus ausbreiten kann und der Schutz der Risikogruppen, zu wenig Ausrüstung, die Gefahren der Pandemie — darüber sehen, hören und lesen wir 100 mal täglich, ebenso darüber, warum deswegen drastische Maßnahmen ergriffen werden müssen. Das Vorgehen entspricht den Kriterien für Propaganda, ganz viel vom selben, über längere Zeit aus allen Kanälen. Zeigt Wirkung.

Dass diese Maßnahmen quasi als Nebenwirkung die Grund- und Freiheitsrechte der Bürger*innen einschränken, hört man weniger bis gar nicht. Hier sollte unbedingt ein verplichtender Beipackzettel eingeführt werden. Wie bei einem Medikament wäre dann abzuwägen, ob der Nutzen gegenüber eventueller schädlicher Wirkungen für Mensch und Gesellschaft gerechtfertigt ist. Ganz sachlich, ohne Angst und Panik, unter Einbeziehung aller Bereiche und Sichtweisen.

Die Nebenwirkungen bestehen nämlich nicht nur in der aktuellen Einschränkung, sondern auch darin, was davon nach Beendigung in unseren Köpfen und Herzen zurückbleibt und welche nachhaltige Wirkung diese Episode auf die Sozialkontakte haben wird. Ablagerungen in unseren Gehirnen werden nicht automatisch ausgespült, sie sind nicht mit dem Ende der Maßnahmen einfach vorbei. Sie müssen bewusst wieder ausgeräumt werden. Je länger es dauert, umso schwieriger wird das.

Und außerdem ist auch noch lange nicht klar, wann diese Freiheitsbeschränkungen vollständig zurückgenommen werden. Eine zeitlang könnte das Argument der Bedrohung durch eine zweite Welle hochgehalten werden. Auch das sollte man jetzt schon mitbedenken, um nicht im nachhinein reparieren zu müssen.

Stephan

Die Einmeterschlange

Vor der Apotheke, vor der Bank – ein Security, der den Einlass regelt, und ein paar Leute im Abstand von wenigstens einem Meter. Mit misstrauischen Blicken werden die anderen taxiert. Haben sie den Virus, könnten sie mich gefährden?

Bei aller Sinnhaftigkeit von Masken und Abstandhalten für die Bekämpfung der Epidemie, diese Maßnahmen drängen uns auch in ein Gegeneinander. Sie schaffen Misstrauen und Distanz. Jede andere Person könnte Virusträger „Die Einmeterschlange“ weiterlesen

Sturm oder nicht ?

Einerseits findet eine gewisse Entschleunigung des Lebens statt, schon allein, dass so wenig Autos in den Straßen unterwegs sind verbreitet Ruhe, andererseits geht alles sauseschnell, was heute noch wirklich ist, ist morgen schon anders. Da ist man mit dem mitdenken und fühlen gefordert und doch stets hinterher. Da eine neue Maßnahme, dort eine andere, hier eine Ankündigung, da eine Sperre, usw.

Nicht genau wissen, was wird sein und wie lange wird es sein, das verunsichert. Ankündigungen eines Sturms finde ich da kontraproduktiv. Schließlich haben wir den Replikationsfaktor von 4 auf 2 halbiert, und jetzt werden die Maßnahmen noch verschärft. Wär da nicht logischer, dass wir den Faktor nochmals halbieren können, mit den schärferen Maßnahmen, und dann bald unter eins und über den Berg sind?

Also wenn trotz dieser Maßnahmen ein Sturm kommt, dann waren sie nichts wert. Und kommt er nicht, dann hat da einer maßlos übertrieben. Nicht falsch verstehen: Ich bin sehr für Maßnahmen, die die Verbreitung des Virus eindämmen. Das ist fraglos richtig und wichtig. Ob da allerdings Panikmache hilfreich dafür ist, bezweifle ich. Heute beim Einkauf viele Menschen gesehen, die wieder deutlich mehr einkauften als in den letzten Tagen.

Stephan

Corona Zeit

Verliere fast ein bißl das Zeitgefühl. Ist es jetzt die zweite oder die dritte Woche im home office? Der Ausnahmezustand wird langsam zum Alltag, ich coronier so vor mich hin. Rein von der Uhr her gesehen ist die Sturkur ja dieselbe, 8 bis 16 Uhr. Nur sonst ist alles anders.

Schon allein die Bewegung reduziert sich durch das Wegfallen der Arbeitswege. Wenn ich die Firma betrete, ist es, als ob ich automatisch ein Arbeits-Ich anziehen würde. Das geht sich auf dem Weg von der Küche in mein Arbeitszimmer nicht aus. Es funktioniert einfach nicht. Am ehesten noch während der beruflichen Telefonate. Trotzdem ist es so eine Art Zwischenstadium, weder privat noch beruflich. Vielleicht muss ich ja erst ein home-office-Ich entwickeln. Ja genau. Ein home-office-ich.

Switchen ist angesagt. In dem Moment, da ich das schreibe bin ich Privat-Ich. Jetzt klingelt das Diensthandy und schon bin ich Office-Ich.

Stephan